Adventgedichte (2)

Ich bin der Dezember

(von Gertrude Neuwirth)

 

Der Adventkranz steht im Zimmer

kündet von der Weihnachtszeit

und beim ersten Kerzenschimmer

wird das Herz so froh und weit.

 

Leise weh’n die weißen Flocken,

und um euer Haus

geht noch leiser, wie auf Socken,

schon der heilige Nikolaus.

 

Mütter backen Weihnachtssterne,

Kinder stechen furchtbar gerne

Formen aus, die überraschen,

um sie später zu vernaschen.

 

Nun wünsch’ ich frohe Feiertage,

und dass Schönes euch beschieden.

Mein größter Wunsch ist ohne Frage:

für alle Welt den Weihnachtsfrieden!

 

Es weihnachtet schon

(von Christine Rettl)

 

Wieder haben wir Advent.

Die Kerze auf dem Kranze brennt.

Werde stiller in dieser Zeit,

wenn es draußen Sterne schneit!

Hast du’s fein und warm und gut,

denk dran, was der Nachbar tut.

Ob er friert und einsam ist?

Schau, dass du ihn nicht vergisst!

Bring ihm Liebe, bring ihm Licht!

Vergiss auch all die andern nicht!

 

Helfen dürfen wir der Mutter,

Weihnachten ist nicht mehr weit.

Wir holen Zimt und Mehl und Butter

und binden Schürzen übers Kleid.

Dann knetet Mutter einen Teig,

walkt dünne Blätter draus.

Die Monde, Blumen, Fische, Sterne,

die stechen WIR dann aus.

Schaut die Mutter weg-

kosten wir ein Eck!

 

Am 4. Dezember
(von Josef Guggenmos)

 

Geh in den Garten  am Barbaratag.

Gehe zum kahlen Kirschbaum  und sag:

 

Kurz ist der Tag,  grau ist die Zeit.

Der Winter beginnt,  der Frühling ist weit.

 

Doch in drei Wochen,  da wird es geschehn:

Wir feiern ein Fest,  wie der Frühling so schön.

 

Baum, einen Zweig  gib du mir von dir.

Ist er auch kahl,  ich nehm’ ihn mit mir.

 

Und er wird blühen  in seliger Pracht

mitten im Winter  in der Heiligen Nacht.

 

Gedanken zum Advent

 

Ein bisschen mehr Freude  und weniger Streit,

ein bisschen mehr Güte  und weniger Neid,
ein bisschen mehr Liebe  und weniger Hass,

ein bisschen mehr Wahrheit,  das wär’ schon was!

 

Statt so viel Unrast  ein bisschen Ruh’,
statt immer nur  ICH  ein bisschen mehr DU,
statt Angst und Hemmung  ein bisschen mehr Mut,
und Kraft  zum  Handeln,  das wäre gut.

 

Kein Trübsal und Dunkel,  ein bisschen mehr Licht,
kein quälend Verlangen,  ein froher Verzicht,
denn jetzt ist Advent,  die stille Zeit,
denkt an die anderen,  die leben in Leid!

 

Lasst uns gedenken der „Stillen Nacht“,
die uns den Heiland hat gebracht.
Vergesst eure Sorgen,  die Sorgen um Geld,
reicht euch die Hände;  Frieden für die Welt!

 

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